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Burnout!!! Burnout!!! Burnout!!!
Die Welle schwappt im Moment regelrecht über. Wie bei anderen Themen, die plötzlich in Mode geraten, mache ich mir auch diesmal Sorgen über die Entwicklungen auf “dem Markt”. Es gibt einen Punkt, an dem – durch das extreme Medieninteresse erwacht – plötzlich ganz viele die perfekte Welle sehen und aufspringen.
Und das ist genau der Moment, ab dem für Menschen, die einen Bedarf im modischen Themenfeld haben, die Transparenz aufhört. Das machte mir schon früher Sorgen, beispielsweise bei der CRM-Welle, bei der Prozessmanagement-Welle, bei der Reorganisationswelle, aber jetzt eben ganz besonders. Denn im Unterschied zu all diesen Erscheinungen haben wir es hier mit einer im fortgeschrittenen Erkrankung sehr ernstzunehmenden Erkrankung zu tun.
Umso schlimmer, wenn sich im Feld der Burnout-Dienstleistungen plötzlich Managementtrainer, Vertriebsprofis, Vitaminverkäufer, spirituell erfahrene Medien, Leistungsfähigkeitsgurus, Berater jeder Couleur, Work-Life-Balance-, Wellness-, Health- und Feng Shui-Experten, Psychotherapeuten, Allgemeinmediziner, Psychiater, Kliniken … wild durcheinandertummeln und dazu noch viele andere, die etwas leicht Verkäufliches wittern und zum Teil mit zweifelhaften Methoden agieren.
Beispiel für zweifelhafte Methoden:
Burnout-Test
Es gibt schon sehr lange seriöse Burnout-Messinstrumente. Ein namhafter, häufig eingesetzter und viel zitierter wissenschaftlicher Burnout-Test ist zum Beispiel das Maslach Burnout Inventar. Daneben gibt es im Internet eine Vielzahl von Tests, die frei zugänglich sind und im besten Fall beim Ausfüllenden ein Bewußtsein für seine derzeitige Situation schaffen. Im schlechtesten Fall sind sie einfach Humbug und richten Schaden an, weil sie Ängste schüren. Die dritte Variante, die ich hier als zweifelhaft bezeichnen möchte, sind “Burnout-Tests” unterschiedlicher Qualität auf Anbieterseiten, die den Ausfüllenden dazu veranlassen, seine Mailadresse anzugeben, “um sich eine Auswertung oder Diagnose schicken zu lassen” – also häufig Adressgenerierungsmaschinen für Akquisezwecke.
Wie also den richtigen Experten finden? Welche Maßstäbe anlegen?
Erste Grundregel: Eine vorliegende körperliche und/oder psychische Erkrankung gehört immer in die Hände eines fachkundigen Vertreters der Heilberufe! Die einzig adäquate Dienstleistung ist in diesem Fall Therapie.
Für Menschen, die sich (noch) nicht in einem Zustand mit Krankheitswert befinden oder dies nicht so genau wissen, kommen die übrigen Angebote infrage und sollten geprüft werden.
Der seriöse Anbieter
... wird im persönlichen Gespräch seine Qualifikation und Kompetenzen allgemein und speziell in bezug auf das Themenfeld Burnout rüberbringen können.
... sollte mit der Komplexität im Themenfeld Burnout angemessen umgehen können und nicht etwa leichte Wege, Tipps, Tricks, standardisierte “Du-mußt-doch-nur-”Checklisten verkaufen.
... wird nicht behaupten, DIE URSACHE für Burnout gefunden zu haben und DIE LÖSUNG auch. Schon gar nicht wird er Heils- oder Heilungsversprechen abgeben.
... sollte – als Voraussetzung dafür, seine Kompetenzen nicht zu überschreiten – über die fachliche Qualifikation verfügen, einschätzen zu können, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht. Anders gesagt: Er sollte in der Lage sein, sein Angebot sauber von der heilkundlichen Tätigkeit – Therapie – abzugrenzen und diese Grenzen einzuhalten.
... wird nicht den Anschein erwecken, alles alleine zu können. Insbesondere für den Fall, dass Burnout-Erkrankte seinen Rat suchen, sollte er bereit (Einnahmenentgang!) und in der Lage sein, diese in qualifizierte Hände zu übergeben. Im besten Falle unterhält er ein interdisziplinäres Netzwerk und kann Kooperationspartner aus anderen Bereichen benennen.
... sollte optimalerweise Spezialist sein. Burnout sollte nicht nur eines von vielen Themen im Anbieterportfolio sein und auch nicht als Kostümierung für etwas anderes (z.B. Tanztherapieworkshops, Kommunikationstrainings, Stressmanagement, Wellness- und Balance-Angebote) daherkommen.
... wird Sie über sein Angebot unverbindlich und kostenfrei informieren und Sie bei Ihrer Kaufentscheidung nicht drängen.
Scheuen Sie sich nicht, den Anbieter nach seiner Qualifikation und nach seinen Erfahrungen speziell in bezug auf Burnout zu fragen. Dabei wird sich sehr schnell herausstellen, ob er wirklich erfahren ist oder nur mal ein, zwei Bücher zum Thema gelesen hat. Und scheuen Sie sich nicht, NEIN zu einem Angebot zu sagen, wenn Sie Zweifel haben.
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Burnout, Beratungsqualität, Balance, Work-Life-Balance
2 Kommentare bisher
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Danke!
Und wie sagt Claus Hipp doch immer…
“Dafür stehe ich mit meinem Namen”
Comment by Stephanie Dann 7.03.05 @ 13:11Kommentieren
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Gratuliere! Scheint mir eine sehr sorgfältig erarbeitete, hilfreiche Checkliste für den “Fall der Fälle” zu sein. Und gratuliere auch zu dazu, dies als Basis der eigenen Arbeit rund um “Burnout” zu erklären.
Comment by B. Schulz 7.03.05 @ 11:31