abgelegt unter: Burn-out
Sehr guter Artikel in der Computerwoche über Burnout bei IT-Mitarbeitern und spezieller auch bei IT-Projekt- Arbeitern. Die herausgearbeiteten Umstände decken sich exakt mit dem was ich von IT-Beschäftigten höre, insbesondere auch die Haltung der Unternehmen zu dem Problem. Dass sie es gänzlich ignorieren kann ich zwar nicht bestätigen, denn immerhin bieten doch einige ihren Mitarbeitern Ansprechpartner für Belastungsprobleme und Kurse – bspw. zum Stressmanagement – an. Das Problem Burnout wird aus der Leitungs-Vogelperspektive aber doch noch sehr häufig als ein individuelles, beim Mitarbeiter angesiedeltes und der Mitarbeiter als austauschbar verstanden. Umdenken tut Not! Umso wichtiger ist am Artikel dieser Hinweis:
“Nur ein Pflaster drauf kleben hilft nicht”, denn oft lägen der Überlastung strukturelle Probleme zugrunde, und es müsse ein Bewusstsein für schädigenden Stress geschaffen werden. “Das ist häufig ein schwieriger Prozess, für den sich Firmen Hilfe von außen holen sollten.”
Positives für IT-Menschen in der Erschöpfungsfalle: Das oft gefürchtete, aber dann nicht mehr umgehbare Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten bezüglich der eigenen Situation verlief in 100% der von mir beobachteten Fälle positiv und Unterstützung wurde gewährt. Vielleicht, weil Vorgesetzte aufgrund der Arbeitsbedingungen im IT-Bereich und eigener Erfahrung noch besser verstehen als andere Chefs wovon ihre Mitarbeiter reden.
Der Mitarbeiter als Kapital des Unternehmens – erschreckend, dass immer noch viele den Ansatz für normal und richtig halten, etwas was sie teuer eingekauft haben zu verschleißen. Die Haltung “Na und, es gibt xxxx Arbeitslose. Wenn einer nicht mehr kann wird er ersetzt” habe ich auch schon gehört.
Einen wichtigen Hinweis für alle die so denken und alle die das ausbaden habe ich neulich bei einem Zukunfts-Vortrag aufgeschnappt: Die Bevölkerungsentwicklung in den nächsten 10-15 Jahren wird zum Umdenken beitragen. Es wird nicht viel junges “Material” nachkommen. Die die jetzt in jungen, dynamischen Teams arbeiten, werden zusammen alt werden, der Mangel an qualifiziertem Nachschub wird dazu führen, dass man um verfügbare Fachkräfte auch im höheren Alter konkurriert, sie zurückgeholt und pfleglich behandeln wird. Und – meine Einschätzung – Unternehmensstukturen, die heute darauf bestehen, ihren entwertenden Führungsstil fortzusetzen, wird man als solche dann noch erinnern. Kurz: Es deutet sich ein Machtwechsel an.
Und heute? “Wir haben Probleme in unserer Organisation und brauchen Hilfe von außen. Unsere Mitarbeiter sind das Wichtigste was wir haben” habe ich auch diese Woche wieder in einem Gespräch über eine Zusammenarbeit gehört. Führungskräfte, die selbst belastungserfahren sind und so denken, sind nicht “normal”, aber auch keine Exoten. Tatsächlich ist in immer mehr Firmen das Bewußtsein längst vorhanden und man arbeitet fieberhaft daran, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und damit der Organisation zu sichern. Das zeichnet erfolgreiche und zukunftsfähige Unternehmen wahrscheinlich vor denen aus, die die dead-horse-Strategie fahren .
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4 Kommentare bisher
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[...] Gefährdete frühzeitig supporten! Krankmachende Strukturen verändern! .... früher dazu auf dem Burnout Blog [...]
Pingback by Burnout Blog » Burn-out Spitze in Computerwoche 31.05.05 @ 18:34Hi kann diese Einstellung wenn der Mitarbeiter ausbrennt kommt halt ein neuer nur bestätigen. Das System der Projektverträge ist da das non-plus-ultra, damit kann man sofortLeistungsabfälle erkennen und für Ersatz sorgen. Der “Ausgebrannte”-IT-ler landet dann beim Arbeitsamt oder schlimmstenfals sogar in ärztlicher Betreuung. Unglücklicherweise begünstigt also unser Sozialstaat dieses rücksichtslose Verhalten. Das man so eine Burn-out-depression dann schön mit dem Wort “Sabbatical” umschreibt ist allerdings das Zynischste daran. Meiner Erfahrung nach kommen die Leute nie wieder in die IT zurück, sondern landen irgendwo als Parkhauswächter, Museumsführer etc. Ich vermute fast, dass sogar ein Grossteil der Arbeitslosen in Wirklichkeit berufsunfähig gewordene “Burn-Outs” sind. Sinnvoll wäre es mal darüber nachzudenken Firmen für sowas haftbar zu machen, auch aus ökonomischer Sicht. Selbst ein fanatischer Liberaler solte soviel Weitsicht haben zu erkennen, mindestens noch Humankapital ist. Lieder sieht die Realität da IMHO viel übler aus…..
Comment by bloggnjus 24.08.05 @ 10:47Hallo bloggnjus,
Danke für den Kommentar von der Front! Leider ist der vorletzte Satz nicht ganz komplett und ich bin furchtbar neugierig. Gibts den noch mal ganz?
Comment by Stephanie Dann 24.08.05 @ 10:59Kommentieren
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Klasse Artikel, hab ihn eben gelesen!
Comment by I. 31.05.05 @ 17:07