Gestern habe ich auf der Personal und Weiterbildung viele interessante Gespräche geführt und abends für mich so resümiert….
Wo stehen wir eigentlich in Sachen Tabu und Verdrängung? So ungefähr bei Halbe-Halbe.
Die Hälfte der Menschheit fällt mir schier um den Hals
“Das Thema ist so wichtig”
“Ich merke selbst, dass es gut sein kann, dass ich da mal Unterstützung brauche”
“DAS Thema unserer Zeit”
“Es wird immer mehr zum Problem werden”
“Ich war vor zwei Jahren in so einer Situation”
“Ein Kollege von mir macht mir wirklich Sorgen”
“Mein Mann braucht glaube ich Unterstützung”
“Die Bedingungen sind aber auch so… man weiß ja gar nicht, wo das noch enden soll…..”
und die andere Hälfte wird “irgendwie” komisch :-)
“Ja schon wichtig, aber also… klar, aber das sollte man auf betrieblicher Ebene nicht thematisieren, das ist ein Problem von denen, die es betrifft”
“Soft Skills ja, aber mit so nem Psychokram kann ich meinem Chef nicht kommen”
“Und wie es bei uns brennt. Das Wort kann ich aber echt nicht in den Mund nehmen”
“Ja natürlich. Ausgebrannte sind welche, die dem Job einfach nicht gewachsen sind und deswegen am falschen Platz sind/entfernt werden sollten”
“Haha, dann sind Sie also so ne Psychotante für die, die die Kurve nicht kriegen?”
“Und was machen Sie da? Feng Shui und so für die Weicheier und Massagen?”
SD: “Sie haben ja Vorbehalte”
“Nein gar nicht”
SD: “Doch!”
“Nee, echt nicht, ist nur was womit ich nichts zu tun habe”
SD: “Doch, Sie haben Vorbehalte” grinst
“Nö”
SD: “Vorbehalte sind doch nichts Schlimmes!”
“Ja, ...... Sie haben ja irgendwie recht!”
SD: “Warum?”
”..................................................................” < -Der Auftakt zu einem langen Gespräch
Ich mag das. Ist es doch hoffentlich ein kleiner Beitrag zur Veränderung von (immerhinschon!)-Halbe-Halbe und trägt vielleicht in der Zukunft dazu bei, dass ich immer seltener Rechnungen im neutralen Umschlag “persönlich-vertraulich” an Personaler senden werde, die sich bemühen, jemanden, der sich frühzeitig mit dem Erhalt seiner Leistungsfähigkeit beschäftigt, innerhalb der Organisation zu schützen.
Wer würde solche Vorkehrungen treffen, wenn es um Rückenschule, Ernährungsberatung o.Ä. ginge?
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