“Blüh wie das Veilchen im Moose , bescheiden , sittsam und rein . Und nicht wie die stolze Rose , die immer bewundert will sein .”
Ich finde, das ist einer der doofsten Poesiealbum-Sprüche überhaupt, denn:
Stolz – gestörtes Verhältnis zu – heißes Thema!
Immer wieder begegnen mir solche Bewertungen: Stolz = Überheblichkeit = Angeben = Arroganz = negative Emotion
“Worauf sollte ich denn stolz sein? ”
“Das mag ich gar nicht hören!”
“Kann mich nicht stolz fühlen!”
“Stolz? Auf gar nichts!”
Wirklich? Ich meine nicht Stolz im Sinne von sich vergleichen, sich besser fühlen als andere oder angeben, sondern im Sinne von sich innen drin stolz und zufrieden fühlen können, Selbst-Anerkennung, eine Emotion, die freudig auftritt, wenn man sein Bestes gegeben hat (und das reicht dann auch!). Dieses Gefühl ist schön und selbst-wert-stützend. Darf man das nicht haben?
Lust, über Stolz nachzudenken?
Hier ein Aufsatz (leider nicht mehr online, Link entfernt) über die überwiegend negativen Assoziazionen aus dem biblischen Bereich, die sicher einiges zur Belastung des Begriffs beitragen.
Um wieder die Kurve dahin zu kriegen, wie sich das ganz früher mal angefühlt hat und heute anfühlen kann, möchte ich das Lied “Pride” von den Goo Goo Dolls zusammen mit Elmo von der Sesamstraße (sic!) dazupacken. Rock it, Baby! :-)
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Mit Stolz ist es wie mit allen anderen Gefühlen: willkommen heißen, wenn er kommt, sich anhören, was er zu sagen hat und gehen lassen, wenn er gehen will.
Als Kind litt ich darunter, dass meine Eltern von Stolz beherrscht und zerfressen waren. Stolz ist ihr Lebenszweck. Das ist schrecklich für alle Beteiligten!
Gruß
Comment by Ralvieh 22.02.06 @ 15:36Ralf