abgelegt unter: Burn-out
——Aktueller Hinweis: Bis voraussichtlich Juli 2008 kann ich leider keine weiteren Klienten annehmen.——
Still, still ists hier geworden…
Das Burnout-Blog war überaus erfolgreich als Medium, um die Ideen, die ich vertrete, zu verbreiten und ihnen im Bewußtsein von mehr Menschen eine Plattform zu geben, um in Dialog zu kommen und Beziehungen zu Kunden, Kollegen und anderen Menschen aufzubauen. So wirksam, dass diese Effekte mein Schreiben hier überdauern. Kaum ein Stammleser hat nicht in den letzten zwei Monaten mal per Mail nachgefragt, ob es mir gutgeht und ob alles in Ordnung ist. Weil ich nicht mehr schreibe. Wenn die Umwelt bemerkt, dass du fehlst, ist das ein Gradmesser der Qualität deiner Beziehungen, speziell zu Menschen, die du nie von Angesicht zu Angesicht kennengelernt hast. Für diese Aufmerksamkeit meiner Person gegenüber möchte ich mich herzlich bedanken.
Fragen und Anfragen zum Thema sind indes nicht abgerissen.
Warum also schreibe ich nicht mehr? Weil ich meine Message und mein Tun auch nach all der Zeit über dieses Medium nicht vermitteln konnten und ich es deswegen aufgebe. Insofern ist das Burnout Blog auch gescheitert. Wieso gescheitert?
Rekapituliere: Ich bin Beraterin und Coach für den Umgang mit beruflichen Belastungen und PRÄVENTION. Das ist mein Job, das ist was ich tue und das ist es, was meine Zeit und Aufmerksamkeit erfordert.
Aufgrund der Popularität dieser Seite erhalte ich außerdem seit Jahren Anfragen, Anfragen, Anfragen, die zuletzt einen nennenswerten Teil meiner täglichen Arbeitszeit kosteten, die aber nicht wirklich etwas mit meiner Tätigkeit s.o. zu tun haben. Meine Bereitschaft, diese Fragen immer und immer wieder zu beantworten, ist im Zeitverlauf drastisch gesunken, zumal hier vieles längst steht. Bitte nehmen Sie das nicht persönlich. Bitte verstehen Sie, dass ich Ihre Wünsche aufgrund menschlicher Kapazitätsgrenzen nicht erfüllen kann und dass ich meine Energien auf meine Kerntätigkeit konzentriere. Ich kann so nicht arbeiten!
Diese Dinge lassen sich grob wie folgt gruppieren. Verweise zu entsprechenden weiterführenden Stellen auf dem Burnout-Blog habe ich jeweils ergänzt:
Klinikberatungswünsche: Ich glaub, ich hab Burnout, wohin soll ich gehen? Welche Klinik ist die richtige für mich? Welcher Therapeut ist am besten?
Meine Dienstleistung heißt Coaching: Prävention für Menschen, die noch nicht erkrankt sind. Nicht Email-Beratung. Bitte wenden Sie sich an mich, wenn Sie begleitende Unterstützung in bezug auf aktuelle berufliche Belastungen suchen. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich meine Klienten, für die sich ein Klinikaufenthalt oder eine ambulante Psychotherapie abzeichnet, bei ihrer Auswahl unterstütze. Nicht jeden und nicht per Email. Nicht zwischendurch und nicht umsonst. Denn ich bin keine öffentlich oder über einen Träger finanzierte Beratungsstelle. Bitte kontaktieren Sie nicht mich, sondern wenden Sie sich direkt an die Vertreter der Heilberufe, die Sie interessieren und stellen Sie dort die Fragen, die zu Ihrer Entscheidungsfindung nötig sind. Wie Sie z.B. vorgehen können um ein passendes Therapieangebot zu finden, habe ich hier vor einiger Zeit mal aufgeschrieben.
Aktuelle Probleme mit dem Therapeuten, Therapie nicht wirksam, wirksame Tipps gesucht:
Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen in meiner Person und in meine Fähigkeiten. Mal ehrlich unter uns: Wie präzise auch immer Sie mir Ihre Leidensgeschichte, Ihr aktuelles Problem und das was nicht hilft schildern: Glauben Sie wirklich, dass ich Ihnen per Email mit ein paar Tipps nachhaltig helfen kann? Sie überschätzen mich! In diesem Artikel habe ich ein paar persönliche Gedanken zu Ihrem Anliegen zusammengeschrieben.
Ich habe durch Selbstdiagnose den Verdacht auf Burnout. Ich scheue den Gang zum Therapeuten und suche nach alternativen Möglichkeiten:
Coaching ist keine Alternative zur Psychotherapie. Mit diesem Wunsch nach Alternativen machen Sie es Beratern zweifelhafter Qualifikation leicht, statt das Beste für sich zu suchen! Meine Haltung und Empfehlungen dazu können Sie in diesem Artikel zum Thema Beratungsqualität lesen.
Ich bin Student, Krankenschwestern-Schülerin, Gymnasiast und schreibe eine Abschlußarbeit, Diplomarbeit, ein Referat, eine Magisterarbeit, eine Hausarbeit, eine Prüfung über Burnout… Bitte schicken Sie mir Material, Bücher, eine Bücherliste, sagen Sie mir was das beste Buch ist, bitte helfen Sie mir beim Thema, bitte schicken Sie mir Texte, die ich verwenden kann, bitte helfen Sie mir bei der Recherche. Gibt es Studien zu Berufsgruppe x, Arbeitsbelastung y, Situation z und Burnout? Ich hab da ein Problem mit einem Absatz. Ich krieg die Gliederung nicht hin. Was muss alles in das Thema rein. ....
Informationen für solche Fälle habe ich hier zusammengefasst. Zu meiner Belastung durch solche Anfragen und zu meiner Motivationslage habe ich außerdem hier etwas geschrieben.
Medienanfragen
Es freut mich, dass Sie nach allem, was ich hier an gemachten Erfahrungen und persönlichen Befindlichkeiten im Zusammenhang mit Medienvertretern (siehe Kategorie Medien) dokumentiert habe, noch immer Interesse an meiner Person haben. Bitte ziehen Sie in Erwägung, jemanden zu fragen, der mehr Lust als ich hat, sich in den Medien zu präsentieren.
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Burnout, Arbeitsbelastung
11 Kommentare bisher
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Burnout-Blog: Burn over
In dem von mir hochgeschätzten Burnout-Blog war es seit März still – ganz still. Heute kam nun die Ausmeldung, eine Meldung über das Scheitern des Blog.
Das Scheitern? Eines Weblogs? Kaum vorstellbar für all jene, die das Web-2.0-Fähnchen hochhalten. Ist das Burnout-Weblog wirklich gescheitert? [...]
Comment by Jan Theofel 22.05.06 @ 22:56Können Blogs sterben? oder warum es Sinn macht, Geld mit einer Webseite zu verdienen!
Können Blogs sterben oder warum es Sinn macht, Geld mit einer Webseite zu verdienen?! Wichtig ist die Frage nach dem Ziel – auch beim Schreiben.
Trackback by Sven Lehmann 23.05.06 @ 21:41[...] Und das bringt mich nun direkt “zum Sterben in Klein-Bloggersdorf”: das Burnout Blog gibt auf: [...]
Pingback by MiFoMM » Leben und Sterben in Klein-Bloggersdorf 24.05.06 @ 11:18Recht hast Du!
Auch wenn es noch so schade ist…
Doch wie hat mir mal jemand so schön versucht zu erklären, wie das Bloggen funktioniert? ”..man nimmt sich einfach einmal 5 Minuten Zeit am Tag und stellt etwas ein, was einfach in dem Moment passend ist :-)”
Wenn aber die Folgearbeiten diesen guten, kleinen Stern von einem Blog zu einer Supernova wuchern lassen, ist es an der Zeit die Notbremse zu ziehen, bevor ein schwarzes Loch entsteht. -Da wird doch glatt die Wissenschaft mit der Philosophie gemischt ;-))
Ich verstehe es leider zu sehr.
Aber gescheitert ist der Blog hier nicht! Er wird nur zu häufig fehlinterpretiert. Und bei diesem Thema ist es doch zu gefährlich, wenn man falsch reagiert, oder auch nicht reagiert…
Vielleicht kann er weiter existieren, wenn die Intervalle der Aktuallisierung anders dimensioniert sind. Doch zur Pflichtveranstaltung darf er nicht werden.
Cu, T.
Comment by Thomas 25.05.06 @ 12:01Nein, das burnoutblog ist nicht gescheitert.
Man muss diese ganzen Emails mit den komischen Anfragen einfach nur löschen. Damit man genügend Zeit zum Bloggen hat. :-)
Comment by Biggi 25.05.06 @ 22:50Sehr schade… aber auch sehr verständlich.
Habe eben in der Hauptstadt meiner neuen Heimat Burkina Faso mal wieder Deine Website angeklickt… und dann natürlich gleich die Blogseite, um was Aktuelles von Dir zu lesen. Und dann die Ankündigung des Blog-Aus der grössten mir persönlich bekannten Bloggerin…. :-/
Dennoch: Gratuliere zu dieser mutigen, ehrlichen Begründung dieses offensichtlich erforderlichen Schritts. Sie verdeutlicht noch einmal, in welchen Bereichen Du weiterhin wirklich Interessierten hilfreiche Unterstützung bietest… Gleichzeitig benennt sie auf einen Blick noch einmal Alternativen und weiterführende Tipps und lässt somit niemand im Regen stehen.
Niemand, der oder die nicht fremd finanziert wird, kann es sich leisten, für alle ständig kostenfrei zur Verfügung zu stehen… traurig aber wahr.
Dir weiterhin viel Erfolg und alles Gute – mit sonnigen Gruessen aus Westafrika.
Comment by Babette Schulz 26.05.06 @ 13:44Liebe Steffi,
schade, dass Du aus den Belästigungen nur den Schluss ziehst, das Burnout-Blog einzustellen.
Leute in ähnlichen Situationen haben da andere Lösungen gefunden: z.B. ein höfliches, aber in der Sache klares Standardschreiben, in dem man um Verständnis bittet, dass Du aufgrund der Fülle der Anfragen nicht jede persönlich usw. usf.
Da musst Du Dich nur einmal hinsetzen, zwei Absätze formulieren – und dann kannst Du (oder Dein Sekretariat?) jede Nerv-Anfrage damit abfangen.
Ich würde mich über die Wiederauferstehung des Burnout-Blogs freuen.
Grüße nach Rüsselsheim
Ralf
Vielen Dank allen Kommentatoren, auch für die Ratschläge.
Was vielleicht aber nicht richtig angekommen ist: Es geht nicht darum, effiziente Wege zu finden, “Belästigungen” zu vermeiden oder Mails von kranken (!), hilfesuchenden Menschen zu löschen, sondern darum, dass das Bloggen den EINDRUCK verstärkt, dass ich die richtige Adressatin für diese Anfragen sei. Diesen Eindruck möchte ich nicht weiter verstärken. Deswegen bleibt das Blog – zumindest auf absehbare Zeit – dicht.
Welche Verantwortung ich im Zusammenhang mit solchen Anfragen trage, kann wohl nur ein Psychotherapeut nachvollziehen.
Comment by Stephanie Dann 1.06.06 @ 13:59Das finde ich sehr, sehr schade. Habe hier immer (still) mitgelesen und mich immer wieder über fundierte und interessante Artikel gefreut. Schade.
Comment by Tim 17.06.06 @ 15:39[...] Und das bringt mich nun direkt “zum Sterben in Klein-Bloggersdorf”: das Burnout Blog gibt auf: Aufgrund der Popularität dieser Seite erhalte ich außerdem seit Jahren Anfragen, Anfragen, Anfragen, die zuletzt einen nennenswerten Teil meiner täglichen Arbeitszeit kosteten, die aber nicht wirklich etwas mit meiner Tätigkeit s.o. zu tun haben. Meine Bereitschaft, diese Fragen immer und immer wieder zu beantworten, ist im Zeitverlauf drastisch gesunken, zumal hier vieles längst steht. Bitte nehmen Sie das nicht persönlich. Bitte verstehen Sie, dass ich Ihre Wünsche aufgrund menschlicher Kapazitätsgrenzen nicht erfüllen kann und dass ich meine Energien auf meine Kerntätigkeit konzentriere. Ich kann so nicht arbeiten! [...]
Pingback by MiFoMM » Leben und Sterben in Klein-Bloggersdorf 23.07.06 @ 14:38Kommentieren
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Pingback by Lapidarium42 » Blog Archiv » Blog am Erfolg gescheitert? 22.05.06 @ 17:52