Neusprech-Update
Dr. Stephan List hat wieder einmal seine Serie “Neusprech in der Wirtschaft” bereichert. Diesmal um die Redewendung “werden… erfolglose Manager entsorgt”, die ich mehr als daneben finde.
So daneben, dass ich das in der Stichwortsuche nicht mal mehr unter “fun” ablegen möchte.
Die Redewendung entstammt diesem Kommentar in der WELT
Stichwortsuche:
none
Management-Belletristik
Wasser auf meine Mühlen und ein Lesevergnügen dazu! Thomas Knüwer beschäftigt sich auf Indiskretion Ehrensache mit dem intellektuellen Nährwert von Bestsellern aus der Management-Bücherecke und konstatiert :
“Es ist merkwürdig, wem Führungskräfte zutrauen, ihnen helfen zu können.”
Gerold Braun klärt nach Durchführung einer eigenen Mini-Umfrage unter Führungskräften das Phänomen:
“Es sind Leute, die gerne schneller, einfacher mehr Erfolg hätten. Leute die glauben, dass es Königswege gäbe, um auf der Karriereleiter nach oben zu kommen, oder im Geschäftsleben an Aufträge, Kunden. Leute, die an Zaubertricks glauben.
Diejenigen, die bereits sind, für ihren Erfolg hart zu arbeiten, die wissen auch, dass mehr Erfolg auch mit mehr Konflikten, mehr (schweren) Entscheidungen, mehr Verantwortung bezahlt wird. Diese Leute können mit den einfach-Rezepten dieser Bücher nichts anfangen.”
Marcel Widmer gibt in der Folge seinen eigenen Standpunkt bekannt. Dabei erwärme ich mich besonders für
“Zu glauben, dass ich das Verhalten anderer nachäffen nachahmen kann, und damit die gleiche Wirkung bei mir erzielen kann, ist a) realitätsfremd und b) nicht das, was ich in meinem Leben anstrebe. “
Vielleicht ist diese Form von Bücherlesen aber auch gar nicht Glaube, sondern Workaround für ein Eingeständnis von Hilflosigkeit. Nachdem mir neulich ein keinesfalls Einfältiger an die 15 solcher Bücher auf den Tisch gepackt hat, die er gelesen hat, ohne das Problem adäquat lösen zu können, denke ich das.
entdeckt via Jobblog
Stichwortsuche:
none
Mal schnell nen Burnout-Lösungsansatz
In Ihrem Beruf sind Sie mit komplexen Aufgaben betraut?
Burn-out: Der Karren ist restlos im Dreck, nachdem Sie es einige Jahre oder Monate kommen sahen?
Ihr von der Krankenkasse finanzierter Psychotherapeut “bringts nicht” und die Pillen auch nicht?
Jetzt brauchen Sie mal schnell einen Gratis-Tipp vom Experten, um das Problem zu lösen.
Denken Sie nochmal darüber nach!
1. Ob es realistisch ist anzunehmen, dass ein komplexes, über die Zeit gewachsenes Problem mit einem kurzen Tipp lösbar ist, wenn Sie als Spezialist für Komplexität es bisher nicht allein lösen konnten.
2. Ob Sie bereit sind, Verantwortung für das Problem und dessen Lösung zu übernehmen, oder eher dazu neigen, die Dienstleister als Verantwortliche auszutauschen.
3. Was Sie jemandem sagen würden, der Sie bittet, mit einem Tipp sein komplexes Problem zu lösen, ohne es vorher genau beschrieben zu haben und ohne Ihnen eine Möglichkeit zur Rückfrage einzuräumen.
4. Ob Sie ebenso bereit wären, ihre Arbeit ohne Entlohnung zu tun.
Rufen Sie mich gern zur Vereinbarung eines telefonischen oder persönlichen Gesprächstermins an, wenn Sie als Mensch mit beruflichen Belastungen, Burnout-Betroffener, Partner oder Angehöriger Fragen haben, die Sie mit mir erörtern möchten, erwarten Sie aber bitte keine Tipps per Mail!
Stichwortsuche:
Burnout
The Hilton Brothers - Banality is big Business
Makostudio presents: The Hilton Brothers als männliche Alter Egos der prototypischen blonden amerikanischen Ikone. Gesellschafts- und Medienkritik eingeschlossen:
”... REALITY TV, which Big Business loves. It’s cheap to make, they don’t have to pay for talent (writers, actors). Fast Food Entertainment. Put a few clichés in front of the camera, doing something humiliating for their quest for stardom. It’s a new low in entertainment, void of any art, life or hope. This contradiction, we’re acknowledging. A society that accepts such soulless entertainment, while condemning such things as nudity, because they feel it’s shameful. Banality is big business, particularly in America, but society pays the price, paradoxically, society buys it. “
Konformität und Klischees als Erfolgsattribute sind nicht nur medienwirksam. Das persönliche “Reich und Schön”: Mancher geht so sehr im Erwerb äußerer Attribute oder dem Wunsch, diese zu bekommen, auf, dass er neben dem Habitus und gruppenkonformem Statusgesülze kaum noch eine Identität hat. Banality is Business und Banality is Life. Und Erfolg ist nicht automatisch gleich Glück.
Eine Bereicherung für meine Kategorie “grobe Vereinfachung”
Stichwortsuche:
fun
Völlig humorlos bin ich
und toternst gegenüber so was: Waaaaaahnsinnig witziger Novell-Werbespot, der aus abgegriffenen Gruppentherapie-Klischees einen Waaaaahnsinns-Schenkelklopfer macht. Möge die Dumpfheit eines Tages verenden.

via akademix
Nicht mehr zeitgemäß in einer Zeit, in der selbst WiWo-Blogger nach des deutschen Mannes Krankheitsursachen fragen….
Stichwortsuche:
Burnout,
Medien,
Arbeitsbelastung,
grobe Vereinfachung
Philosophie zum Einfachen
Anläßlich meiner neueingeführten Kategorie “grobe Vereinfachung” kommt mir doch zum Begrübeln “Das Einfache in 9 Thesen” gerade recht! In dieser Quelle kann ich allerdings nur 6 Thesen lesen (technisches Problem?)
via Rolf Langhoff. Und dort sind es ein paar mehr…
Stichwortsuche:
grobe Vereinfachung
Coaching - Machbarkeitswahn und Menschenbilder
Neulich beteiligte ich mich in einem Forum an einer Diskussion zum Thema Coaching, die von einem “potenziellen Kunden” gestartet worden war, mit dem Ansatz Ihr-Heerscharen-der-Coaching-Industrie-rechtfertigt-Euch-wem-ihr-Nutzen-bringen-wollt. Im Verlauf der Diskussion konnte man viel über Vorbehalte und Vorurteile Coaches gegenüber lernen. Qualität im Coaching und die Schwierigkeit, einen seriösen, passenden Anbieter aufzufinden, ist daher nach wie vor hochaktuell. Ich schrieb damals mit Bezug auf die vorgebrachten Misstrauens-Voten der Diskussionsteilnehmer u.a. folgendes:
” Für seriöse Anbieter gilt, dass sie in der Regel spezialisiert sind und nicht den Anschein erwecken wollen, allgemein für alles kompetent zu sein. Sie nehmen nicht jeden Auftrag an, sorgen für Transparenz im Prozess, statt wild und subversiv zu manipulieren und sie sind darauf bedacht, sich selbst überflüssig zu machen und nicht darauf, die Beratungsbeziehung langfristig zu zementieren. Auch betätigen sie sich nicht als vertriebliche “Hausierer”, Psychohexer oder Esoterik-Gurus. Sie sind kein Mutter- oder Partnerersatz und keine Problemabnehmer und schon gar nicht jemand, der einen “umdreht” oder “wir haben uns alle lieb” propagiert. Sie versprechen nicht von vornherein das Blaue vom Himmel (viel mehr von… Steigerung von ....glücklicher als… Lösung sämtlicher Probleme), ....”
” Wobei…. die extremen Leistungsversprechen mancher Anbieter haben auch einen Markt. Mich, die ich mich mit der Unterstützung von Menschen beim ERHALT ihrer Leistungsfähigkeit beschäftige, macht es immer wieder nachdenklich, dass so viele auf leicht-anmutende “Tuning”-Angebote stehen – mehr, mehr, mehr! Der Coach als Turbo-Pille? Wohl eher selten.”
Insofern paßt Christopher Rauens Beitrag zu “Machbarkeitswahn und Menschenbilder” im aktuellen Coaching-Newsletter hervorragend – ebenfalls an der Schnittstelle zwischen geradezu sensationellen Erfolgsversprechen mancher Coaches und potentieller Kundschaft, die zu Recht vorurteilsbezogen auf die Schar der Coaching-Anbieter reagiert:
“Das Perfide bei einer “Beratung”, die ein “alles ist möglich, wenn man nur will” suggeriert, ist: Ein Misserfolg kann scheinbar eindeutig zugewiesen werden. Der Klient ist schuld, er hat nur nicht genug gewollt. Somit ergibt sich die Notwendigkeit, sich noch mehr Mühe zu geben und noch mehr Beratung in Anspruch zu nehmen. Eine reflektierte Vorgehensweise sieht anders aus. “Schon die alltägliche Lebenserfahrung zeigt, dass für viele Menschen aus unterschiedlichsten Gründen Versagen zum Alltag des Lebens gehört. Vorzugeben, jeder bzw. jede könne alles erreichen, was er bzw. sie sich vorstellt, ist abwegig.” (Keden, 2002, S. 35). ....
... sind die eingangs dargestellten Formulierungen bei näherer Betrachtung durchaus bei der Auswahl passender Coaching-Angebote hilfreich – allerdings anders, als sich dies entsprechende Anbieter vorgestellt haben dürften. Wer deutliche Hinweise auf mangelnde Authentizität und Reflexionsvermögen eines Coaching-Anbieters sucht, findet diese z.B. in folgenden Punkten:
- Erfolgsversprechen bzgl. Perfektionsphantasien
- Überidealisierungen und Schönungen
- Vereinfachungen, Ausklammern von Mehrdeutigkeiten
- Machbarkeitsideologien und vorgetäuschte Konfliktfreiheit”
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Coaching,
grobe Vereinfachung
Leserkommentar zum Thema Burnout sells (?)
“Ist fein, wie nebensächlich der Begriff Burn Out Syndrom hier fällt.... Da
sieht das beinahe schon wie ‘eingebürgert’ und ‘etabliert’ aus.”
(per Mail von T.)
Ergänzung von mir:
“bringt enorme Leistungssteigerungen und mehr Freude an der Arbeit – insgesamt einen großen Motivationsschub,”
ist der klassische Superlativ-Verkaufs-Dreiklang für alles Mögliche, das Leute und Unternehmen mit Geld in der Tasche kaufen sollen. Schade, dass man ihn immer noch so häufig liest, denn mein vorurteilsbelastetes Hirn sagt mir, dass sich von diesem Standardrezept nur noch schlichte Gemüter beeindrucken lassen. Oder?
Unser beider Kritik richtet sich gegen die Verkaufsargumentation. Die Produktidee finde ich dagegen wirklich witzig und das erwähnte Schlafgras löst Probeliegphantasien bei mir aus. :-)
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Burnout
5 Tips how to…. und Frustration
Ganze Batterien Ratgeberliteratur gewälzt und durchgearbeitet…. Aber geändert hat sich nichts….
(“Irgendwie bin ich nicht fähig, das so durchzuziehen, wie es da steht…”)
Das höre ich so oft, dass ich hiermit wage zu verallgemeinern: Die wenigsten Menschen bringen größere angestrebte Veränderungen nur mithilfe eines Buchs fertig. Ratgeber geben allgemeine Hinweise an eine breite Leserschaft und meist gehen “machdocheinfachdies” und “dumußthaltnurhierso” an den individuellen Gegebenheiten und Hemmnissen vorbei. Die Sache ist meist einfach ein wenig komplizierter als how-to-in-5-steps, aber nicht kompliziert genug um unmöglich zu sein. Gesellschaftliche Simplifizierungstrends in Ehren… wenn der Wunsch nach einer einfachen Lösung nicht erfüllt werden kann, kann man es mit Einstein halten:
“Mache die Dinge so einfach wie möglich – aber nicht einfacher!”
Nicht frusten lassen und ggf. ein Coaching in Erwägung ziehen. Auf jeden Fall nicht nachlassen, bevor die Veränderungs-Mittel ausgeschöpft sind!
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Coaching,
grobe Vereinfachung