Meldung über Hanka Kupfernagel
In einer Meldung über Radsportlerin Hanka Kupfernagel wird am Rande erwähnt, dass sie im letzten Jahr mit Burn-out zu tun hatte:
“Dabei durfte das Duo nicht überdrehen. Denn im Sommer hatte das “Burn-out-Syndrom” Hanka in die Knie gezwungen. “Die Belastung mit Cross, Straße und Bahn war zuviel”, sagt sie.”
Wie so oft in den Medien wurde auch hier der Begriff in Anführungszeichen verpackt. Je nach Kontext mutet das manchmal seltsam an. Ich finde es macht den Begriff irgendwie unernst-gemeint, aber vielleicht bin ich da auch zu kritisch.
Zum Vergleich:
Er hatte einen Herzinfarkt.
versus
Er hatte einen “Herzinfarkt”.
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Burnout-Promis,
Prominente,
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Angst in BILD
Die BILD hat eine Serie zum Thema Angst gestartet. Sehr dramatisch natürlich.
Aber man ist ja dankbar für jeden, der das Thema aufgreift! :-)
Da ich den Link aus welchen Gründen auch immer nicht richtig eingebunden bekomme, bitte copy&paste bemühen:
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2005/11/29/angst_serie/angstserie_teil2.html
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Arbeitsbelastung
Völlig humorlos bin ich
und toternst gegenüber so was: Waaaaaahnsinnig witziger Novell-Werbespot, der aus abgegriffenen Gruppentherapie-Klischees einen Waaaaahnsinns-Schenkelklopfer macht. Möge die Dumpfheit eines Tages verenden.

via akademix
Nicht mehr zeitgemäß in einer Zeit, in der selbst WiWo-Blogger nach des deutschen Mannes Krankheitsursachen fragen….
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Horx über multimediale Welt, Medienkrise und Blogs
4.05.2005, 11:09
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Medien
aktuelles Zukunftsletter-Editorial
Seinen Ausführungen zu den aktuellen Entwicklungen in der Medienlandschaft zufolge liege ich mit meinen Beobachtung nun also offiziell im Trend. ;-)
Sein Churchill-Zitat „Out of Complexities new Simplicities emerge“ paßt wiederum in die Langhoffsche Einfachheitssammlung ;-)
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Burnout, Balance und die Kasse klingelt
Im Moment überschlagen sich alle, um möglichst schnell auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Insofern kann ich nur erneut davor warnen, Angebote, die irgendwie mit Burnout assoziiert werden, ungeprüft in Anspruch zu nehmen. Da es sich beim Burnout-Syndrom eben nicht um einen vergleichbar modischen Begriff wie Work-Life-Balance, Business Process Reengineering oder Customer Relationship Management handelt, sondern um eine ernstzunehmende Erkrankung, sollten Sie sich versichern, dass der Anbieter über seriöse Kompetenzen und Erfahrung in diesem Feld verfügt. Oder würden Sie einem Versicherungsberater, Telefontrainer, Unternehmensberater, IT-Dienstleister, .... Kompetenz für Ihre Diabetes-, Krebs- oder Herzinfarkt-Vorsorge zutrauen?
Ein Beispiel, das gerade zur Hand ist: der Artikel “Bewältigung des Burnout Syndrom durch „First-Class-Selbstmanagement“. Er endet mit einem m.E. in diesem Zusammenhang denkbar seltsamen Leistungsangebot:
“Treffen Sie ihre Entscheidung! Stehen Sie aktuell an einem Scheideweg oder möchten schon lange eine bestimmte Entscheidung treffen? Besonders wenn sie an der Globalisierung teilhaben möchten und Ihr Unternehmen in den asiatischen Raum expandieren möchte, ist ein “Alpha-Karma” Training ein muss. Profitieren Sie von einer Unternehmensberatung, Einzelcoaching und Mitarbeitertraining. Für manche Themen ist es gut, von einem unabhängigen Dritten Feedback zu erhalten, Geschäftsbeziehungen knüpfen zu lassen. Von einer höheren Warte aus die Dinge zu beurteilen, besser zu organisieren, aktiver in eigener Sache zu werden, einfach mal seine Wirkung auf andere Menschen zu erfahren und an und mit sich zu arbeiten das ist „First-Class-Selbstmanagement“!!!”
Einige Hinweise dafür, wie Sie mit Burnout-Prävention o.Ä. gelabelte Angebote prüfen können.
Seriöse therapeutische Angebote finden Sie u.a. hier
edit:
Und damit das noch mal aus einer anderen Perspektive drastisch deutlich wird:
Eine Person, die anders als Mediziner, Psychotherapeuten, Heilpraktiker nicht zur heilkundlichen Tätigkeit zugelassen ist und Heilungs- und/oder Bewältigungsversprechen abgibt, überschreitet ihre Kompetenz, hat keine Ahnung und steht mit 1,5 Füßen im Knast.
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Work-Life-Balance
Medien und Burnout - es wird bedenklich!
Dass in Sachen Burnout vielerseits gern aus der Hüfte geschossene Erkenntnisse verkündet werden, wenn Medien darauf warten, was denn der Experte so zu sagen hat, ist man mittlerweile hinreichend gewohnt. Dass diese häufig nicht wissenschaftlich belegt und jenseits der Beweisbarkeit sind auch. Auch dass eigentlich unabhängig von der Profession quasi jeder genau Bescheid weiß und Experte ist, auch wenn er nur Allgemeinplätze formulieren kann. Aber das hier in der Frankenpost ist m.E. der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung:
”„Wer sich bei einer schweren Krankheit nicht selbst kümmert, der hat schon aufgegeben“, sagt Zahnarzt und Hypnotherapeut Dr. Winfried Kather. Am Beispiel der weit verbreiteten und schmerzhaften Gelenk- und Weichteilerkrankung Fibromyalgie schildert der Mediziner den Teufelskreis von Untersuchungen und Medikamenten bis hin zu unnötigen Operationen. Die meisten Fibromyalgie-Patienten seien Frauen. Männer würden dagegen häufiger am so genannten Burnout-Syndrom, dem völligen Ausgebranntsein, leiden. „Fibromyalgie und Burn-out sind gleich zu setzen“, erklärt Kather. Bei beiden Krankheiten begännen die Beschwerden ab dem 35. Lebensjahr und erreichten ihren Häufigkeitsgipfel während der Wechseljahre. “
Dieser Zusammenhang ist zumindest mir völlig neu. Und auch, dass Burnout-Symptome mit 35 beginnen! Weswegen ich das als kompletten Humbug bezeichnen möchte. MENSCHENSKINDER, DAS DARF DOCH NICHT WAHR SEIN!!!!!!!!
Wenn es auf diesem Planeten auch nur eine einzige, mir bisher unbekannte Untersuchung gibt, die belegt, dass diese beiden Krankheiten “gleich(-zusetzen)” sind und dass diese statistischen Aussagen jenseits der Realität so richtig sind, ziehe ich selbstverständlich mein Urteil gern zurück!
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Medien,
Burnout
Reinhard Sprenger über Workaholismus, Burn-out und den schädlichen Einfluß von Work-Life-Balance
Auf handelsblatt.com erschien ein Artikel von Reinhard Sprenger “Happy Workaholics”, der auch auf Burnout Bezug nimmt. Interessantes und diskussionswürdiges Gedankengut, das in etwa folgender Argumentation folgt: Workaholics können glücklich sein, wenn sie zu ihrem Streben ja sagen. Die Beschäftigung mit Work Life Balance-(Büchern) führe hingegen in die Unzufriedenheit und Unentschiedenheit zwischen den Lebensbereichen. Damit seien Ratgeber zur Balance der zerstörerische Auslöser.
Schlecht: Die Begriffe Workaholismus, Work Life Balance und Burnout werden munter gemischt und wie so häufig bestenfalls im managementumgangssprachlichen Sinne verwandt. Wieder mal das Sowohl-als-auch: Popularisierung von Begriffen führt dazu, dass mehr Menschen etwas über sie wissen, aber auch auch zur Verflachung der Diskussion.
Kostprobe:
“Burn-Out ist das Resultat schlechten Gewissens. Dabei weiß jeder doch, was er wirklich will: nämlich das, was er gerade tut. Sonst würde er ja etwas anderes tun. Schlechtes Gewissen ist also ziemlich unintelligent, es hindert an der inneren Entschiedenheit – ja zu sagen zu dem, was man gerade tut. Es ist also das Streben nach Balance, das zerstörerisch wirkt. Dann, wenn Norbert Müller sich einreden lässt, dass er eigentlich etwas anderes will. “
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Deutsche Bank in der Kritik
Tagesschau-Interview mit dem Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann
via Interessante Zeiten
edit:
Die statistischen Ausführungen von Robert zum “Smart Sourcing” der Deutschen Bank sind die optimale Ergänzung.
Btw: Aus keinem anderen Unternehmen der Region hatte ich bisher so viele Klienten wie aus der Deutschen Bank. Nicht mal von Opel…
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Burnout und Ethik als Dienstleister im weitesten Sinne
Burnout!!! Burnout!!! Burnout!!!
Die Welle schwappt im Moment regelrecht über. Wie bei anderen Themen, die plötzlich in Mode geraten, mache ich mir auch diesmal Sorgen über die Entwicklungen auf “dem Markt”. Es gibt einen Punkt, an dem – durch das extreme Medieninteresse erwacht – plötzlich ganz viele die perfekte Welle sehen und aufspringen.
Und das ist genau der Moment, ab dem für Menschen, die einen Bedarf im modischen Themenfeld haben, die Transparenz aufhört. Das machte mir schon früher Sorgen, beispielsweise bei der CRM-Welle, bei der Prozessmanagement-Welle, bei der Reorganisationswelle, aber jetzt eben ganz besonders. Denn im Unterschied zu all diesen Erscheinungen haben wir es hier mit einer im fortgeschrittenen Erkrankung sehr ernstzunehmenden Erkrankung zu tun.
Umso schlimmer, wenn sich im Feld der Burnout-Dienstleistungen plötzlich Managementtrainer, Vertriebsprofis, Vitaminverkäufer, spirituell erfahrene Medien, Leistungsfähigkeitsgurus, Berater jeder Couleur, Work-Life-Balance-, Wellness-, Health- und Feng Shui-Experten, Psychotherapeuten, Allgemeinmediziner, Psychiater, Kliniken … wild durcheinandertummeln und dazu noch viele andere, die etwas leicht Verkäufliches wittern und zum Teil mit zweifelhaften Methoden agieren.
Beispiel für zweifelhafte Methoden:
Burnout-Test
Es gibt schon sehr lange seriöse Burnout-Messinstrumente. Ein namhafter, häufig eingesetzter und viel zitierter wissenschaftlicher Burnout-Test ist zum Beispiel das Maslach Burnout Inventar. Daneben gibt es im Internet eine Vielzahl von Tests, die frei zugänglich sind und im besten Fall beim Ausfüllenden ein Bewußtsein für seine derzeitige Situation schaffen. Im schlechtesten Fall sind sie einfach Humbug und richten Schaden an, weil sie Ängste schüren. Die dritte Variante, die ich hier als zweifelhaft bezeichnen möchte, sind “Burnout-Tests” unterschiedlicher Qualität auf Anbieterseiten, die den Ausfüllenden dazu veranlassen, seine Mailadresse anzugeben, “um sich eine Auswertung oder Diagnose schicken zu lassen” – also häufig Adressgenerierungsmaschinen für Akquisezwecke.
Wie also den richtigen Experten finden? Welche Maßstäbe anlegen?
Erste Grundregel: Eine vorliegende körperliche und/oder psychische Erkrankung gehört immer in die Hände eines fachkundigen Vertreters der Heilberufe! Die einzig adäquate Dienstleistung ist in diesem Fall Therapie.
Für Menschen, die sich (noch) nicht in einem Zustand mit Krankheitswert befinden oder dies nicht so genau wissen, kommen die übrigen Angebote infrage und sollten geprüft werden.
Der seriöse Anbieter
... wird im persönlichen Gespräch seine Qualifikation und Kompetenzen allgemein und speziell in bezug auf das Themenfeld Burnout rüberbringen können.
... sollte mit der Komplexität im Themenfeld Burnout angemessen umgehen können und nicht etwa leichte Wege, Tipps, Tricks, standardisierte “Du-mußt-doch-nur-”Checklisten verkaufen.
... wird nicht behaupten, DIE URSACHE für Burnout gefunden zu haben und DIE LÖSUNG auch. Schon gar nicht wird er Heils- oder Heilungsversprechen abgeben.
... sollte – als Voraussetzung dafür, seine Kompetenzen nicht zu überschreiten – über die fachliche Qualifikation verfügen, einschätzen zu können, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht. Anders gesagt: Er sollte in der Lage sein, sein Angebot sauber von der heilkundlichen Tätigkeit – Therapie – abzugrenzen und diese Grenzen einzuhalten.
... wird nicht den Anschein erwecken, alles alleine zu können. Insbesondere für den Fall, dass Burnout-Erkrankte seinen Rat suchen, sollte er bereit (Einnahmenentgang!) und in der Lage sein, diese in qualifizierte Hände zu übergeben. Im besten Falle unterhält er ein interdisziplinäres Netzwerk und kann Kooperationspartner aus anderen Bereichen benennen.
... sollte optimalerweise Spezialist sein. Burnout sollte nicht nur eines von vielen Themen im Anbieterportfolio sein und auch nicht als Kostümierung für etwas anderes (z.B. Tanztherapieworkshops, Kommunikationstrainings, Stressmanagement, Wellness- und Balance-Angebote) daherkommen.
... wird Sie über sein Angebot unverbindlich und kostenfrei informieren und Sie bei Ihrer Kaufentscheidung nicht drängen.
Scheuen Sie sich nicht, den Anbieter nach seiner Qualifikation und nach seinen Erfahrungen speziell in bezug auf Burnout zu fragen. Dabei wird sich sehr schnell herausstellen, ob er wirklich erfahren ist oder nur mal ein, zwei Bücher zum Thema gelesen hat. Und scheuen Sie sich nicht, NEIN zu einem Angebot zu sagen, wenn Sie Zweifel haben.
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Burnout-Beitrag heute in Welt der Wunder
Soeben lief der Welt der Wunder-Burnout-Bericht im Fernsehen. Der Schwerpunkt wurde – in diesem Fall war der Experte Mediziner – auf körperliche Prozesse bei Burnout im Zusammenhang mit der vermehrten Cortisolausschüttung gelegt. Auch in dieser Sendung wurde, obwohl geplant, kein “echter” Burnout-Betroffener präsentiert. Der Betroffene Mark Bergermann ist, das wurde in einem Nebensatz erwähnt, ein fiktiver Fall. Wer die Sendung nicht gesehen hat, kann hier nachlesen.
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Unseriöse Ansprache durch Medienvertreter
Ich bin ärgerlich! Nach wie vor erhalte ich Anfragen aus der Medienlandschaft nach Burnout-Betroffenen (die letzten drei: 2x öffentlich-rechtlich, 1x privat). Deswegen hier erneut der Hinweis, dass es sich bei Burnout um ein Tabu-Thema handelt, weswegen die meisten Betroffenen auf eine öffentliche Darstellung ihrer Befindlichkeit gern verzichten, und dass es daher NICHT einfach mal eben jemanden gibt, den ich schnell in Ihre Sendung schicke.
Menschen im Burnout sind nicht mehr stabil und der Belastung eines öffentlichen Auftritts u.U. nicht gewachsen. Würden Sie die Verantwortung übernehmen? Ich nicht! Die Identität und (Leidens-)Geschichte insbesondere derer, die parallel in therapeutischer Behandlung sind, weil sie sich in weiter fortgeschrittenen Burnout-Stadien befinden, werde ich daher ebenso schützen, wie es jeder Arzt tun würde. Meine Arbeit in der Einzelberatung basiert auf einem Vertrauensverhältnis und so möchte ich das auch bewertet und akzeptiert sehen. Gerne stelle ich Ihnen meine Meinung zur Verfügung oder berate Sie fachlich bei der Vorbereitung Ihrer Sendung mit Schwerpunkt Burnout, wenn Sie sich ernsthaft für das Thema interessieren.
Und noch was: Es kann nicht sein, dass Sie mich, nachdem Sie meine Website gefunden und das eine Wort Burnout gelesen haben, ohne jede Gesprächsvorbereitung anrufen, meine Zeit in Anspruch nehmen und mich fragen müssen, wer ich bin und was ich tue:
“Was machen Sie eigentlich?”
“Sie haben da so eine Selbsthilfe….”
Recherche und Gesprächsvorbereitung sind Ihr Job!
Weil meine letzten Statements schon zu weit unten stehen, um gefunden zu werden, hole ich sie noch mal hoch:
Ihr wollt immer nur das Eine!
Man spricht noch mit mir
Noch mehr Resonanz
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Medien und ich
Noch mehr Resonanz
... auf “Ihr wollt immer nur das Eine!”. Aus der Mail eines ganz normalen Menschen mit einem ganz normalen Umfeld, der in einem ganz normalen Konzern arbeitet – mit freundlicher Genehmigung des Autors:
“Ist ein harter Spruch, wenn Du einen Burnoutbetroffenen mit einem Impotenten vergleichst (auch wenn es stimmt) da schreckst Du vielleicht noch ein paar Männer mehr ab. Aber da wird die Betroffenheit doch erschreckend deutlich auf den Punkt gebracht.
Warum versuchst Du nicht mal Journalisten darauf zu schubsen, daß nicht das Thema Burnout selbst der Reißer ist, sondern eher der Druck, der durch die Gesellschaft ausgeübt wird und vor allem die Vorurteile und die Unwissenheit.
Wäre doch klasse mal Leute auf der Straße anzuquatschen, wie sie auf das Thema reagieren. Ob tatsächlich kommt: Das sind alles Waschlappen oder so…. Oder ob die Leute wirklich etwas damit anzufangen wissen und es als ernstzunehmendes Problem empfinden.
AIDS hat jeder kapiert, auch wenn das am Anfang nur “bei den Schwulen war” und die selbst Schuld sind und daß sowas ja mal endlich an der Zeit war… Und BSE ist ja nur was bei MCDonalds-Essern…
Ich meine, was ist das für eine Gesellschaft, in der man sich schon fast freut, wenn jemand an etwas kaputt geht und es dabei jemanden anderen betrifft, der ja offensichtlich selbst Schuld hat und endlich mal ‘bestraft’ wird für das ‘Böse’ was er gemacht hat.
Auch mal schnell eine Klasse Schubladenidee zum Thema BurnOut: ‘das ist doch eh nur was bei denen, die den Hals nicht voll genug kriegen können. Die Psychos, die auf dem Rücken von anderen nur ans Kohleverdienen denken und dann gleich einen Zusammenbruch haben, wenn sie selbst mal unter Druck geraten! Das geschieht denen ganz recht und die haben bis dahin genug verdient, da können die ruhig mal abtreten, die trauen sich nur nicht zu sagen, daß sie keinen Bock mehr haben. Das sind eh nur die Möchtegernmanager, nix schaffen und dick abkassieren und dann rumflennen, daß sie nicht mehr können, obwohl sie den ganzen Tag nur auf dem Buckel vom kleinen Arbeiter nur auf Labermeetings sind und zuhören, was andere erarbeitet haben und dabei Kaffee saufen und das Mittagessen bekommen die auch noch firstclass umsonst. Und die machen dann auch noch Karriere…’
Ist zwar nicht meine Meinung, aber kannst Du Dir vorstellen, daß ich das tatsächlich in ähnlichem Wortlaut schon von jemanden mitbekommen habe? Es mag zwar so das ein oder andere etwas Wahrheit zu beinhalten, daß Meetings entsprechenden Druck mitbringen können, oder daß bestimmte Personengruppen stärker gefährdet sein können, aber es zeigt doch auch recht deutlich daß da wieder mal dieses – Der fühlt sich als was Besonderes, da geschieht es dem Recht einen auf die Mütze zu bekommen und stellt sich nur an, weil er selbst dabei noch etwas Besonderes sein will… – ist, wofür meiner Meinung nach gerade die Deutsche Bevölkerung sehr empfänglich ist.”
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Man spricht noch mit mir!!!
17.11.2004, 01:27
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Sensationell – man spricht noch mit mir!
Die Medienschelte hat prompt zu journalistischer Resonanz geführt. “Trotz – oder wegen? Ihrer Medienschelte im Burnout Blog Ihrer Homepage wende ich mich jetzt an Sie…”
Große Klasse, so miteinander ins Gespräch zu kommen!
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Bei unseren Nachbarn ist Burnout salonfähig
Die Schweizer… gefällt mir einfach, diese Berichterstattung:
“Als er den Grund seines Rücktritts öffentlich machte, brach FDP-Präsident Rolf Schweiger mit einem Tabu: Der Politiker gab bekannt, dass er am Burnout-Syndrom in fortgeschrittenem Stadium leidet. Das Eingeständnis der emotionalen Erschöpfung wollte im ersten Moment so gar nicht in die von wirtschaftlichen Interessen geprägte Politlandschaft passen. Doch statt Vorwürfen trafen Genesungswünsche ein: Einige hörten sich herzlich an, andere eher theoretisch – wie jene von Bundesrat Merz, der dem Patienten eine «baldmögliche Wiederherstellung seiner Gesundheit» wünschte; und damit ungewollt ausdrückte, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper ein höchst kompliziertes Gebilde ist…”
Drunter kommen jede Menge prominente Schweizer zum Thema Burnout zu Wort und ein Kursangebot ist auch mit dabei.
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Rücktrittsschreiben eines bekennenden Netten
Rolf Schweiger, Präsident der Schweizer FDP, ist wegen eines Burnout-Syndroms zurückgetreten und hat die Gründe dafür in einem veröffentlichten Abschiedsschreiben dargelegt.
Die Schweizer Tageszeitungen sind voll von diesem Thema und die Art der Berichterstattung über das Ausscheiden Schweigers gefällt mir an vielen Stellen sehr gut.
Nicht nur dass man an verschiedenen Stellen den Menschen Schweiger durchscheinen läßt. Nicht nur dass man bei der Erläuterung häufig von Betroffenen genannte Eckpunkte zur Entwicklung eines Burnout-Syndroms aufgreift und so mehr auf die ernsthafte Suche nach Erklärungen denn auf Sensationshascherei setzt. Auch der Umstand, dass es gerade ein Politiker ist, der hier ausgebrannt die Bühne verläßt – und ohne in der Luft zerrissen zu werden – ist für mich so ungewöhnlich, dass ich es hier gesondert bemerken muss. Wer hats erfunden? Die Schweizer!
“In der nationalen Politik, so scheint es, gibt es keinen Platz für einen «bekennenden Netten», wie sich Rolf Schweiger selber charakterisierte.”
“Damals wie heute hat sich Schweiger mit seinen Entscheidungen äusserst schwer getan. Politiker, die seinen Weg mitverfolgt haben, sagen, er sei «unheimlich hin- und hergerissen gewesen», als man ihn im Herbst 2002 für die Nachfolge Gerold Bührers angefragt habe. Schliesslich habe er aus Rücksichtnahme auf sein familiäres Umfeld verzichtet. Schweiger wird als extrem pflichtbewusst geschildert, aber auch als dünnhäutig und empfindlich. «Er ist ein feinfühliger Mensch», sagt die Ausserrhoder Interimspräsidentin Marianne Kleiner, «das ist ein schöner Zug, aber er lässt auch Dinge an sich heran, die man an sich abtropfen lassen müsste.»”
“In vielem gleiche die Demission Schweigers dem gesundheitlich bedingten Rücktritt des freisinnigen Zürcher Bundesrates Rudolf Friedrich 1984, sagen gestandene freisinnige Würdenträger. Bei allen Unterschieden – hier der hagere und nüchterne Friedrich, dort der joviale und lebenslustige Schweiger – hätten sich beide tief in die Dossiers gebeugt, nichts unterschrieben, was sie nicht selber eingehend studiert hätten, keine halben Sachen toleriert. Marianne Kleiner hat das aus nächster Nähe erlebt: «Wir haben ihm immer angeboten, ihn zu entlasten. Er hat aber Mühe, Nein zu sagen. Er ist auch noch an die Versammlung in Ortsparteien gegangen, er ist regelrecht ertrunken in der Menge der Aufgaben und der Abendanlässe, die er angenommen hat.»”
“Andere Parteikollegen sind der Ansicht, er habe die Arbeit an der Parteispitze völlig unterschätzt. «Er hat sich auf das Amt eingelassen, ohne zu wissen, was ihm droht», sagt ein Weggefährte. Die Folge: zunehmende Absenzen, Gereiztheit, Aussetzer – klassische Symptome eines sogenannten «Burn- out» eben. “
“Dabei lässt sich die Bilanz Schweigers nach nur sieben Monaten Amtszeit als Parteipräsident durchaus sehen. Dank Schweiger habe sich der Umgangston in der Partei spürbar verbessert, heisst es einhellig. Gegen innen habe er integrativ gewirkt und gegen aussen das Vertrauen in die FDP gestärkt. “
Quelle: Ertrunken in der Fülle der Aufgaben (Luzi Bernet)
Hut ab, Herr Schweiger!
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Ihr wollt immer nur das Eine!
Nämlich mal möglichst rasch einen Burnout-Betroffenen, der sein Gesicht in die Kamera hält. Und je nach Artikellänge oder Anzahl Minuten für den Beitrag oder ob Ihr für die Aktualität berichtet oder mehr Vorbereitungszeit habt, seid Ihr Medienleute unterschiedlich druckvoll in Eurem Begehren (Diese Woche war immerhin Zeit für ein ausführliches Gespräch, und das fand ich gut. )
Es ist schade, dass Ihr immer nur das Eine von mir wollt. Denn das kann und will ich Euch nicht geben. Zum einen, weil Diskretion in meinem Job wichtiger ist als alles andere, zum anderen, weil die wenigsten Menschen in und auch nach einer solchen Krise Lust verspüren, öffentlich ihre Lebens- und Leidensgeschichte zu erzählen. Burnout ist Impotenz auf einer anderen Ebene – und wie viele Menschen kennt Ihr, die Lust haben, öffentlich über ihre Impotenz zu sprechen?
Ich finde außerdem, dass die Artikel, Sendungen, Beiträge, die Ihr macht, zu oft das gleiche langweilige Strickmuster aufweisen:
1. Kurze Erläuterung zum Burnout-Syndrom (mit einem oder mehreren Charts) – möglichst “knackig” und knapp auf den Punkt gebracht
2. Ein/e Burnout-Betroffene/r (“Es geht mir… Es ging mir… Es war als ob…” – man sieht sie/ihn dann eventuell wortlos durch den Stadtpark/das Fitnesstudio/ihre/seine Wohnung laufen, während eine Stimme aus dem Off die Lebens- und Leidensgeschichte erläutert. Schließlich der Schwenk zum Heute: “Tage-/monate-/jahrelang war sie/er weg vom Fenster… Sie/er hat in der Therapie viel gelernt… Heute ist alles… Künftig wird ihr/sein Leben…)
3. evtl. Experte (honoriger Mediziner, Psychologe, Psychiater, europäischer Verbandschef o.Ä.) , der knappe, präzise, treffende, universell gültige Expertenaussage trifft, was man gegen Burnout tut.
4. Ende
Das kennt man schon – oft einfältig, mit wenig Informationsgehalt, aber dafür mit einer “armen Sau”, die man als Zuschauer bedauern – dabei aber zugleich froh sein kann, dass man persönlich besser dran ist. Diese Menüfolge wird auch bei Kreutzfeldt-Jacob, Aids, Krebs, Legasthenie, Migräne, dem Fuchsbandwurm und diversen weiteren Krankheiten verwendet.
Und mal ganz ehrlich: Die allermeisten Menschen wissen mittlerweile, dass es das Phänomen Burnout gibt und haben auch eine zumindest vage Vorstellung davon, worum es sich dabei handelt. Mit dieser Art von Berichterstattung lockt man daher wahrscheinlich kaum noch jemand hinter dem Ofen hervor (und gerade dieses Jahr nicht, wo das Thema so boomt). Mensch seid doch mal kreativ! Laßt Euch doch mal was einfallen! Laßt Euch doch mal auf das Thema ein, statt immer nur fix ein bischen bezahlten Content zu produzieren!
Jaja, ich weiß, Eure Redaktionen wollen das so… Aber wozu eigentlich?
Das ist genau das, was alle anderen Sender, Zeitungen, Zeitschriften auch machen und oft ist es wichtiger, genau das zu haben, was der Wettbewerber auch hat, statt sich durch Andersartigkeit zu differenzieren?!
Ich glaube, dass wirklich viele diese Burnout-Beiträge mit Interesse sehen, und dieses Problem eines anderen als Problem eines anderen aufnehmen. Der Transfer auf die eigene Situation ist schwer, wenn ein entsprechender “Fall” präsentiert wird. Insofern hat m.E. eine solche Berichterstattung wenig burnout-präventive / aufklärerische Wirkung. Aber das soll sie ja wahrscheinlich auch gar nicht!
OK, ich gebs zu. Das hier ist jetzt wirklich böse von mir. Und vielleicht ruft mich nie wieder ein Journalist an. Das wäre schade. Aber vielleicht ruft mich ja auch mal jemand an, der was Kreatives im Kopf hat und wir denken zusammen darüber nach, was man noch alles so Spannendes rund ums Thema machen könnte ?
(Und ich schwöre, am Telefon bin ich wirklich nett!)
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Sibylle Rauch ausgebrannt
Sehe gerade, dass ich eine Prominenten-Burnout-Meldung übersehen habe:
Hamburg (ddp).
14.00 Uhr Freitag, 2. Juli 2004
Sibylle Rauch (45), Pornodarstellerin, ist einem Bericht der «Bild»-Zeitung zufolge in eine Nervenklinik eingeliefert worden. Sie leide unter dem chronischen Erschöpfungszustand «Burn-out-Syndrom» und schweren Depressionen, schreibt das Blatt. Rauchs Manager Marko König sagte, er habe große Angst um sie. «Es war allerhöchste Zeit, sie zu einer Therapie zu überreden.» Rauch wurde in den 80er Jahren mit Filmen wie «Eis am Stiel» bekannt, erlebte später jedoch einen Absturz. (nat)
Es geht mir bei der Burnout-Presseschau nicht darum, jede fitzelige Pressemeldung zum Thema Burnout zu sammeln und damit “Ooooh, ist das schlimm, die Armen!” zu signalisieren, sondern hauptsächlich darum, den Überblick zu behalten, wie das Presseaufkommen in Sachen Promi-Burnout wächst und wie die Medien als Meinungsbeeinflusser und -bildner im Einzelfall damit umgehen. Sekundär hoffe ich allerdings auch, dass das Berufsrisiko Burnout über das Modell Promi stärker und frühzeitiger ins Bewußtsein vieler gelangt.
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Hanni immer noch krank
aktuelle Meldung über Sven Hannawald:
“Hannawalds Rückkehr auf die Schanze bleibt ungewiss
Die Rückkehr von Sven Hannawald in den Skisprung-Weltcup bleibt ungewiss. „Sven ist noch krank. Ich bin verantwortlich für den sportlichen Bereich und sage nicht mehr dazu. Das ist Svens Privatsache. Ich lasse mich überraschen, ob Sven zurückkehrt“, sagte Bundestrainer Wolfgang Steiert gestern in Hinterzarten.
Ende April war bekannt geworden, dass sich Hannawald wegen eines so genannten Burnout-Syndroms in eine Rehaklinik begeben musste. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt. „Er kommt bald zurück in seine Heimat – und das ist Hinterzarten“, sagte Steiert. Der Bundestrainer ließ aber offen, ob das bereits zum dortigen Auftakt des Sommer-Grand-Prix am 31. Juli sein wird.
...”
Schön, dass bei der neuen Meldung nunmehr auf psychologische Klischeevorstellungen und Abwertungen verzichtet wurde.
Vorgeschichte und Kommentar
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Christina Aguilera ausgebrannt?
Auch Christina Aguilera soll ausgebrannt sein, wie die Nachrichtenagenturen heute verbreiten. Ob hier lediglich Ideenmangel mit Burnout gleichgesetzt wird oder es sich bei Christina Aguilera tatsächlich um das Burnout-Syndrom handelt, ist der Notiz allerdings nicht zu entnehmen.
Mein Dank für den Hinweis geht an den Werbeblogger!
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