Burn-out-Phasenmodelle
Liste aus Burisch, M., Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung,
2.Aufl.1994, S. 30f.
Mehrere Autoren haben Phasenverlaufsmodelle des Burnout-Geschehens entwickelt. Auch wenn kaum eine Erkrankung diesen Modellen idealtypisch folgen wird und diese Theorien lt. Burisch im allgemeinen wenig wissenschaftlich fundiert sind, seien sie hier kurz vorgestellt, um dem Leser einen Eindruck vom Verlauf eines Burnout zu geben.
Zu den Phasenmodellen von
Freudenberger
Phase 1: Empfindendes Stadium
- chronische Müdigkeit
- höherer Energieeinsatz zur Erreichung der gewohnten Leistungsstandards
- Verdrängung negativer Gefühle
Phase 2: Empfindungsloses Stadium
Symptome von (1) plus
- Gleichgültigkeit
- Langeweile
- Zynismus
- Ungeduld
- Erhöhte Reizbarkeit
- Gefühl der Unersetzlichkeit
- Angst, nicht anerkannt zu werden
- Schuldzuschreibung an die Umwelt
- kognitive Desorientierung wegen Überlastung
- psychosomatische Beschwerden
- Depressionen
Cherniss
Phase 1: Berufsstreß
- Anforderungen übersteigen die Ressourcen
Phase 2: Stillstand
- Angst
- Spannung
- Reizbarkeit
- Ermüdung
- Erschöpfung
Phase 3: Defensive Bewältigungsversuche
- Emotionale Abkopplung
- Rückzug
- Zynismus
- Rigidität
Lauderdale
Phase 1: Verwirrung
- vages Gefühl, daß etwas nicht in Ordnung ist
- gelegentlich grundlose Angst
- beginnende somatische Symptome wie Kopfschmerzen, Angespanntheit, Schlaflosigkeit, Energiemangel
Phase 2: Frustration
- Unzufriedenheit und Ärger
- Gereiztheit gegen Freunde und Kollegen
- evtl. Arbeitsplatzwechsel
- Gefühl, betrogen zu werden
- ausgeprägtere somatische Symptome wie Rückenschmerzen, Migräne
- Entspannung nur noch mit Alkohol und Tranquilizern
Phase 3: Verzweiflung
- Insuffizienzgefühle
- Gefühl der Sinnlosigkeit
- Selbstanklagen
- Zynismus
- Mißtrauen
- Mechanisierung des Lebens
- Erschöpfungsgefühl schon bei kleinsten Anforderungen
- Rückzug
- Apathie
Edelwich
Phase 1: Idealistische Begeisterung
- Selbstüberschätzung
- hochgesteckte Ziele
- Omnipotenzphantasien
- Optimismus
- hoher Energieeinsatz
- Überidentifikation mit Klienten und mit der Arbeit allgemein
Phase 2: Stillstand
- erste Enttäuschungen
- Bedürfnisse nach Komfort, Freizeit, Freunden, Karriereaussichten werden wichtiger
- Beschränkung der Kontakte auf Kollegen
- Reduzierung des Lebens auf die Arbeit
- Familienleben leidet
- Rückzug von Klienten
Phase 3: Frustration
- Erfahrung der Erfolglosigkeit und der Machtlosigkeit
- Probleme mit Bürokratie
- Fühlbarer Mangel an Anerkennung von Klienten und Vorgesetzten
- zu viel Papierkrieg
- Gefühl der Inkompetenz
- Psychosomatosen
- Drogengebrauch
- Überernährung
Phase 4: Apathie
- völlige Desillusionierung
- Verzweiflung wegen schwindender beruflicher Alternativen
- Resignation
- Gleichgültigkeit
Phase 5: Intervention (fallspezifisch)
Maslach
Phase 1: Emotionale Erschöpfung
- Müdigkeit schon beim Gedanken an Arbeit
Phase 1b: Physische Erschöpfung
- Schlafstörungen
- Anfälligkeit für Erkältungen, Kopfschmerzen, sonstige Schmerzen
Phase 2: Dehumanisierung
- negative, zynische Einstellung zu Kollegen
- negatives Gefühl für Patienten/Klienten
- Schuldgefühl
- Rückzug ins Schneckenhaus
- Vermeidung von Unannehmlichkeiten
- Reduzierung der Arbeit auf das Allernotwendigste
Phase 3: Terminales Stadium
- Widerwillen gegen sich selbst
- Widerwillen gegen alle anderen Menschen
- Widerwillen gegen überhaupt alles
Stephanie Dann | Beratung Coaching Burn-out-Prävention
Wildhubenweg 4 65428 Rüsselsheim
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